Freitag, 28. September 2007

Es lebe die Faulheit!

Ihr Lieben,
Zeit fliegt. Habt ihr nicht auch manchmal das Gefühl? Noch vor einigen Wochen hab ich gedacht, dass ich noch so viel Zeit im Busch verbringen kann. Heute sind es noch 9 Tage und dann heißt es Abschied nehmen von Toro Yaka und Steve & Nicole. Heute morgen ist meine Mami in Südafrika angekommen. Nach etlichen Sunden Verspätung, sitzen Mama und Heiner jetzt in Pretoria und machen erst mal Pause. Wenigstens ist jetzt ein Familienmitglied auf dem selben Kontinent wie ich. Und zum Glück auch nur 5 Std. entfernt.
Ihr glaubt alle gar nicht, wie sehr ich mich auf Deutschland freue!
Meine NAchlässigkeit in punkto Blogeinträge schreiben, bitte ich zu entschuldigen. Aber in der letzten Zeit ist so rien gar nix mehr passiert. Nix was so interessant wäe, dass ich mich sofort hinter den Computer klemmen müsste.
Highlight war natürlich die Abfahrt der Pomis (People of her Majesty, als die Engländer) und Bernice. Die Frau hat uns echt den letzten Nerv gekostet. Erst mal diskutiert sie über Sachen, worüber sie gar keine Ahnung hat. Ok das tun viele Leute! Aber sie war einfach unfassbar. Sie meint ja tatsächlich, dass alle Bauunernehmer ja schon im Vorraus wissen, dass sie mit ihrem Projekt bankrott gehen und dann versteht Bernice einfach nicht, wie man dann beschließen kann zu bauen. Ganz klever die Frau! Ach ja die ganze Diskussion fing damit an, dass sie meint, dass es ja wohl nicht so in großer Aufwand wäre, bevor man anfängt zu bauen, eine kleine Spinne zu retten. Also eine Spinnenart, die in dem Gebiet wohnt, in dem man bauen will. Und man kann die doch umsiedeln und und das kostet diese ganzen Bautycoone nix. Ach ja... Es gibt dumme Menschen auf der Welt...und es gibt Bernice. Nicole hat sie dann mal zurecht gewiesen und ihr gesagt, sie solle mal vorsichtig sein, was sie sagt. Danach hat die blöde Kuh keinen Ton mehr gesagt. Wie ein beleidigtes Kind. Herrlich...diese Stille! Ach ja ich hab einfach zu lange nicht mehr gelästert! Schlimm.
Nach der Abfahrt der Poms war eigentlich ein freies Wochenende geplant. Leider hatten sich aber Freunde von Steve angekündigt. Ich sag euch: Merkwürdige Menschen!! Sehr merkwürdig. Nicht vom Charakter her, sondern mehr die Zusammensetzung. 2 Männer, um die 35 - 40. Beides sehr nette Kerle und macht Spaß mit ihnen zusammenzusitzen. Die Mädels allerdings...die waren da eher mein Problem. Belinda, 23 blond und hübsch. Ist mit einem Kerl zusammen, der 15 Jahre älter ist als sie und ne Figur wie ein Footballspieler hat. Also extrem groß und ziemlich breit. 2. Pärchen war noch merkwürdiger. Warren ist einer von Steves ältesten Freunden. Angeblich hat er vor 3 Jahren ne Freundin gehabt, die ihm dann das Herz gebrochen hat und da ist er wohl bis jetzt nicht wirklich drüber weg. Trotzdem kam er mi dieser komischen Tuse an. ungefähr 1.20 m klein, Brüste gemacht, Haare auf plantinblond gefärbt und bis zum Po reichend. Nägel...kein Kommentar, und ein Glubschauge. Aber da kann sie nun wirklich nix für. Angeblich ist sie ne Stripperin. Ich glaubs...weil so wie sie am Pool geleben hat, würde ich mich noch nicht mal vor meinen Spiegel trauen. Furchtbar.
Naja ich hab mich dann durch dieses Wochenende gequält. Nicht allein wegen den beiden Mädels. Ok Belinda war eigentlich sehr nett. Aber mann stellt sich mal vor: 3 Pärchen und ich. Ich, die seit 3 Monaten unter Liebesentzug leidet. Schrecklich. Da kann man doch nicht entspannt am Pool liegen. Wird echt Zeit, dass ich nach Hause komme!
Das Beste an dem ganzen Wochenende war, dass ich 2 Mal ausschlafen durfte!! Endlich mal. Beim ersten Anlauf hab ich es bis sage und schreibe 8.00 Uhr geschafft. Das ist ja so frustrierend! Da darf man endlich mal lange schalfen und KANN nicht. Meine innere Uhr hat echt nen Knicks mitbekommen. Dafür hab ich es am Sonntag dann tatsächlich bis 10.00 Uhr geschafft. Hätte auch noch länger schalfen können, aber meine lieben Nachbarn Mike and Belinda haben sich zu laut unterhaltn. Son Shit. Aber nicht schlimm. Ich war mit meinen 10.00 Uhr schon ganz zufrieden.
Die nächste Woche hat dann zum Glück immer erst um 9.00 Uhr angefangen. Was eine Erholung. Kommt mir sehr entgegen! Sonst hab ich die Woche nix getan. Rein gar nix.
Und das wird sich auch erst mal nicht ändern. Ich hab das fualste Wocheende vor mir, das man sich nur vorstellen kann.

In diesem Sinne: Frohes Faulenzen an alle
liebe grüße
franzi

Samstag, 15. September 2007

Rhino Darting

Ihr Lieben
ich weiß ich hab mir Zeit gelassen, aber ich hab einfach mal überhaupt keine Lust gehabt, irgendwas zu schreiben. Und was soll ich euch denn erzählen, wenn ich wieder zu Hause bin? Da gibts dann gar nix mehr zu erzählen, weil ihr alles schon wisst! Naja also alles Interessante. Und außerdem gab es die letzte Woche gar nix Interessanes zu erzählen.
Aber diese woche!! Diese Woche gings rund. Naja mehr die letzten beiden Tage.
Also. Wir haben im Moment 4 Gäste aus England hier, plus eine weniger kompetente Reiseleiterin. Aber das später. Altersgruppe: 50+. Hauptgrund für ihre Reise: Rhino Darting. Das heißt, man betäubt ein Nashorn, nimmt einige wissenschaftliche Untersuchungen vor und setzt einen Mikrochip an.
Gestern ist die ganze Truppe in den Krüger Park gefahren. Da ich ja noch nicht zu dieser Ehre gekommen bin, bin ich gestern morgen um 5.00 Uhr mit in den Bus gestiegen und Richtung Krüger gefahren. Totmüde natürlich. Soo frühes Aufstehn bekommt mir immer noch nicht. Die erste Stunde im Krüger haben wir ganze 5 Zebras gesehen. Sonst nix. GAR nix. Irgendwann tauchte dann ein Elefant in weiter Ferne auf. Nicht wirklich ermutigent, was den rest des Tages anging. Aber es wurde besser. Nach einer halben Stunde rannte dann ein Nashorn quer über die Straße vor uns. Und so schnell wie es aufgetaucht war, verschwand es auch wieder. Komische Begegnung, aber so ist das im Busch. Alles kommt aufs Timing an. 2 Minuten später und wir hätten den Kerl nie gesehen. Kurz nach dem Nashorn lag eine Schlange auf der Straße. Leider weiß keiner, was für eine es war, weil unsere dämliche Reiseleiterin (Name: Bernice. Sagt schon alles oder? Ist ungefähr so wie Liselotte) keine Peilung hatte und auch kein Buch oder ähnliches dabei hatte. Aber gut. Man kann ja nicht alles wissen, wat?! Naja nach der Schlange wurde es dann tiermäßig langsam besser. Mehr Antolopen, mehr Vögel (zu meinem Leidwesen), mehr von allem eben. Am Ende kann man sagen, dass wir schon viel gesehen haben. 3 der BIG Five, viele Antolpen, Schildkröten, Fische, Affen, Krokos. Alles dabei eben. Man kann sich also nicht über Tiere beschweren. Allerdings gibt es einiges zu meinen Mitreisenden zu sagen. Die Truppe hat mir wirklich den letzten Nerv geraubt. Dauernt wurde für irgendwelche blöden Vögel angehalten, wo Bernice auch wieder nie wusste, was für einer das gerede ist. Großes Rätselraten oder Auch der Versuch des Sicheren Auftretens, bei 100% Ahnungslosigkeit.
Der Rest der Crew hat mich endlos genervt, weil erstens die Frau hinter mir, bestimmt schon 70 Jahre alt, dauernt diesen Omi-zieht-ihre-Spuke-aus-den-Mundwinkel-Ton von sich gegeben hat. Ekelhaft!! Dann ein anderer meint, er wäre der ultimative Tierentdecker und jedesmal schreit er laut auf, wenn er nur ein blöden Impala sieht. Wirklich interessante Sachen findet der Depp aber nicht. Ach ja und sprechen tut er mit dem schlimmsten englischen Akzent und dann auch noch so einem schwulen Unterton. Fürchterlich!!!! Über die andern beiden gibts jetzt nicht wirklich was zu sagen, außer, dass der eine ganz schlimm vogelvernarrt ist, weil er sonst nix anderes sieht und sich damit glücklich hält. Rein nach dem Motto: Finde Vögel, bevor du gar nix findest. Ätzend.
Auf dem Rückweg zum Gate, wir waren schon fast eine halbe Stunde zu spät für Abendessen in Toro Yaka, hält Bernice auf einmal neben einem großen Baum an. Warum wohl?? Richtig!! Scheiß-Vogel, und wieder weiß keiner was es ist. Bernice meint es sei irgendein Adler, Alan meint es wäre ein anderer. Und man kann sich nicht einigen und alle meinen sie haben Recht. Und nach einer halben stunde standen wir immer noch unter dem Baum. Und wir wussten immer noch nicht, was für ein Vogel es ist. Man einigte sich natürlch nicht und diskutiert immer noch, was es denn nun war. An dem Abend bin ich nur sehr schwer wieder aus meinem Zimmer gekommen, um mit allen zu Abend zu essen. Aber man muss auch mal Dinge tun, zu denen man keine Lust hat.
Den Tag hab ich mit Wohlwollen abgehakt und hoffe nur, das meine anderen Tage in Krüger besser werden. Am Montag werde ich auf jeden Fall nicht nochmal mit denen mitfahren!

Heute!! Heute war ein absoluter wahnsinns Tag. oder viel mehr Morgen. Aufgestanden bin ich heute um *Trommelwirbel* 3.15 Uhr. Ja, ganz richtig. Mitten in der Nacht. Denn heute ging es zum Rhino Darting. Und ich durfte mit. Eigentlich hab ich mir ja gesagt, dass ich keinen ganzen Tag mehr mit diesen Menschen verbringen will, aber Steve war dabei und wir waren auch nicht den ganzen Tag unterwegs.
Also mitten in der Nacht musste ich aufstehen, um Sandwiches zu machen und die Kühlbox für heute zu packen. Meine Pflicht als ...was bin ich hier eigentlich?....ich weiß es selber gar nicht so recht. Auch egal. Jedenfalls bin ich um 3.15 aufgestanden, um Butter auf Brot zu schmieren. ----Dann gings auf Steves Landrover und auf eine lange Fahrt ins Klaserie Game Reserve. Die direkte Verbindung zwischen Balule und dem Krüger Park. Da es ja noch mitten in der Nacht war, war es auch noch anständig kalt. Ich in meinen kurzen Hosen, hab auf dem blöden Auto ganz schön gefroren. Und das für mehr als eine Stunde lang. Aber ich mecker ja nicht. Ich wollte ja mit und langsam sollte ich wissen, das es recht frisch auf dem Weg sein kann. Aber Wurscht.
Ziel war ein großer freier Platz, mitten im Busch. Tierarzt, Game Ranger und Gehilfen waren schon da und haben auf uns gewartet. Sobald wir von unserem Auto gekletter waren und alles begrüßt haben, gabs eine kleine Einführung von Gustaf und Peter ( Ranger und Arzt), was bei einem Darting alles passiert. Aufgaben wurden verteilt und ich durfte die Schreibarbeit übernehemen. Eigentlich wollte ich gar nicht, aber ok. Dann ist der Pilot gekommen. In seinem Helikopter. Kleiner roter Helikopter. Der wird gebraucht, um das Nashorn erst mal zu finden. Weil niemand eigentlich weiß, wo die immer alle stecken. Deshalb wird aus der Luft gesucht. Und ratet, wer mit durfte!!? genau! ICH! Ich durfte mit in den Hubschrauber und Nashorn suchen. Erste Mal in meinem Leben, dass ich Hubschrauber geflogen bin und ich sag euch: richtig geil! Ich hab gehofft, dass wir ein bisschen länger in der Luft sind und ein bisschen suchen müsse, bevor wir irgendwas finden, aber schon nach 5 Minuten hat der Pilot den ersten Büffel gesehen (was jetzt nicht so interessant war für uns), nach 6 Minuten das erste Nashorn Weibchen mit Kalb und nach ganzen 8 Minuten haben wir dann unseren Nashorn Bullen gefunden, den wir gernen markieren wollen. Dann gings so schnell wie möglich zurück zu den andern. Wir wurden abgesetzt und der Tierarzt eingeladen, da der Betäubuingspfeil aus der Luft abgefeuert wird. Wir mussten dann so schnell wie möglich an die Stelle, wo wir das Nashorn gesehen haben, oder mehr dahin, wo es hingelaufen ist. Normalerweise fährt man so mit 20-30 km/h durch den Busch, was schon manchmal sehr hubbelig ist. Diesmal gings mit 50 durch die Büsche. Man kann sich ungefähr vorstellen, wie wir durchgeschüttelt wurden. Aber hat Spaß gemacht. Wir sind dann zu der Stelle gefahren, wo der Hubschrauber kreiste und dann auch gelandet ist. Das arme Nashorn stand keine 5 meter von der straße, total benommen und torkelte ganz fürchterlich. Irgendwie tat der Dicke mir schon leid, aber war auch sehr lustig anzuschaun. Nach keinen 5 Mintuen ist er dann auf den Boden geplumst und das die Erde nicht gewackelt hat war auch alles. Ungefähr 3 Tonnen schwer, 15 jahre alt und ein Horn von 73 cm. Weiß ich alles, weil ichs ja aufschrieben musste!! *schulterklopf* die Narkose war für ungefähr 25 minuten ausgelegt, deshalb musste alles relativ schnell gehen. Pfeil rausziehn und Wunde waschen, Mikrochips hinter den Ohren befestigen, Loch ins Horn bohren, Peilsender einsetzen und zukleben, Löcher in die Ohren machen. Hört sich jetzt alles recht fies an, außer das mit den Ohren, war aber alles blutlos. Aber dafür ist da einiges geflossen. Gut das ich da nicht helfen musste *höhö*. Zum Glück waren wir schnell fertig, so dass wir einige Zeit hatten Fotos zu machen. Meine Kamera hatte ich nicht mit, weil ich eh keine zeit hatte, und Steve bei der ganzen Aktion nix zu tun hatte und deshalb den Fotograf gespielt hat. Mal schaun, was aus den Bildern geworden ist. Ich werd sie so schenell wie möglich ins Studie stellen.
Ach ja. Irgendwann musste der Dicke ja auch wieder aufewachen. Dafür mussten alle wieder in die Autos und weg von ihm. Steve hat uns direkt vor das Nashorn gefahren, so dass wir ein paar mehr Fotos machen konnte. Aufgewacht ist er, nur soviel. Was danach kam, war Grenzerfahrung für mich. Nashörner sind territorial. Das heißt, sie bewegen sich nur in ihrem Gebiet und dulden keine Eindringlinge. Als der Kerl da aufgewacht ist, ist natürlich das Erste, was er sieht, ein Wagen voll mit Menschen, die alle in seinem Gebiet sind. Und als Nashornbulle kann man das natürlich nicht dulden. Deswegen ist er natürlich auf uns zugekommen, um uns zu vertreiben. Das horn hat das Auto schon berührt! Und ich saß auf der "Nashornseite"!! Wäre was passiert: ich wäre die Erste gewesen! Steve und Peter haben dann angefangen zu rufen und versucht ihn zu vertreieben, alles nix genutzt. Er ist immer wieder zurück gekommen und hat sich dann fast den Helikopter vorgenommen. Steve und Gustaf haben die Autos dann aber so in den Weg gestellt, dass nix passiert ist. Ich hab echt Schiss gehabt. Steve und der Doc fanden das natürlich fantastisch und hatten riesen Spaß. Für die war das Nervenkitzel. Für mich: nicht das Richtige. Um das schlafende Nashorn herumstehen und an ihm Untersuchungen vornehmen: gerne, aber mehr auch nicht.
Nach der ganzen Aufregung gings dann zum Frühstück in der Wildness. An einem Damm haben wir dann Sandwiches, Tee, Muffins und Obst ausgepackt und haben ausgiebig gefrühstückt.
Um 11.oo Uhr waren wir dann endlich wieder hier und ich bin eine halbe Stunde später ins Bett gefallen, um 2 Stunden später wieder aufzustehen, um mit dem Mittagessen zu helfen.
So. Das war mit Abstand das Beste, was ich hier erlebt habe. Auch mit der ganzen Aufregung!

Eigentlich hab jetzt erst mal wieder alles Wissenswerte erzäht und ich verabschiede mich, weil gleich Abendessen vorbereitet werden muss und ich darf helfen * juhu*.

also machts gut. liebe grüße nach hause! bald bin ich wieder da!