Samstag, 15. September 2007

Rhino Darting

Ihr Lieben
ich weiß ich hab mir Zeit gelassen, aber ich hab einfach mal überhaupt keine Lust gehabt, irgendwas zu schreiben. Und was soll ich euch denn erzählen, wenn ich wieder zu Hause bin? Da gibts dann gar nix mehr zu erzählen, weil ihr alles schon wisst! Naja also alles Interessante. Und außerdem gab es die letzte Woche gar nix Interessanes zu erzählen.
Aber diese woche!! Diese Woche gings rund. Naja mehr die letzten beiden Tage.
Also. Wir haben im Moment 4 Gäste aus England hier, plus eine weniger kompetente Reiseleiterin. Aber das später. Altersgruppe: 50+. Hauptgrund für ihre Reise: Rhino Darting. Das heißt, man betäubt ein Nashorn, nimmt einige wissenschaftliche Untersuchungen vor und setzt einen Mikrochip an.
Gestern ist die ganze Truppe in den Krüger Park gefahren. Da ich ja noch nicht zu dieser Ehre gekommen bin, bin ich gestern morgen um 5.00 Uhr mit in den Bus gestiegen und Richtung Krüger gefahren. Totmüde natürlich. Soo frühes Aufstehn bekommt mir immer noch nicht. Die erste Stunde im Krüger haben wir ganze 5 Zebras gesehen. Sonst nix. GAR nix. Irgendwann tauchte dann ein Elefant in weiter Ferne auf. Nicht wirklich ermutigent, was den rest des Tages anging. Aber es wurde besser. Nach einer halben Stunde rannte dann ein Nashorn quer über die Straße vor uns. Und so schnell wie es aufgetaucht war, verschwand es auch wieder. Komische Begegnung, aber so ist das im Busch. Alles kommt aufs Timing an. 2 Minuten später und wir hätten den Kerl nie gesehen. Kurz nach dem Nashorn lag eine Schlange auf der Straße. Leider weiß keiner, was für eine es war, weil unsere dämliche Reiseleiterin (Name: Bernice. Sagt schon alles oder? Ist ungefähr so wie Liselotte) keine Peilung hatte und auch kein Buch oder ähnliches dabei hatte. Aber gut. Man kann ja nicht alles wissen, wat?! Naja nach der Schlange wurde es dann tiermäßig langsam besser. Mehr Antolopen, mehr Vögel (zu meinem Leidwesen), mehr von allem eben. Am Ende kann man sagen, dass wir schon viel gesehen haben. 3 der BIG Five, viele Antolpen, Schildkröten, Fische, Affen, Krokos. Alles dabei eben. Man kann sich also nicht über Tiere beschweren. Allerdings gibt es einiges zu meinen Mitreisenden zu sagen. Die Truppe hat mir wirklich den letzten Nerv geraubt. Dauernt wurde für irgendwelche blöden Vögel angehalten, wo Bernice auch wieder nie wusste, was für einer das gerede ist. Großes Rätselraten oder Auch der Versuch des Sicheren Auftretens, bei 100% Ahnungslosigkeit.
Der Rest der Crew hat mich endlos genervt, weil erstens die Frau hinter mir, bestimmt schon 70 Jahre alt, dauernt diesen Omi-zieht-ihre-Spuke-aus-den-Mundwinkel-Ton von sich gegeben hat. Ekelhaft!! Dann ein anderer meint, er wäre der ultimative Tierentdecker und jedesmal schreit er laut auf, wenn er nur ein blöden Impala sieht. Wirklich interessante Sachen findet der Depp aber nicht. Ach ja und sprechen tut er mit dem schlimmsten englischen Akzent und dann auch noch so einem schwulen Unterton. Fürchterlich!!!! Über die andern beiden gibts jetzt nicht wirklich was zu sagen, außer, dass der eine ganz schlimm vogelvernarrt ist, weil er sonst nix anderes sieht und sich damit glücklich hält. Rein nach dem Motto: Finde Vögel, bevor du gar nix findest. Ätzend.
Auf dem Rückweg zum Gate, wir waren schon fast eine halbe Stunde zu spät für Abendessen in Toro Yaka, hält Bernice auf einmal neben einem großen Baum an. Warum wohl?? Richtig!! Scheiß-Vogel, und wieder weiß keiner was es ist. Bernice meint es sei irgendein Adler, Alan meint es wäre ein anderer. Und man kann sich nicht einigen und alle meinen sie haben Recht. Und nach einer halben stunde standen wir immer noch unter dem Baum. Und wir wussten immer noch nicht, was für ein Vogel es ist. Man einigte sich natürlch nicht und diskutiert immer noch, was es denn nun war. An dem Abend bin ich nur sehr schwer wieder aus meinem Zimmer gekommen, um mit allen zu Abend zu essen. Aber man muss auch mal Dinge tun, zu denen man keine Lust hat.
Den Tag hab ich mit Wohlwollen abgehakt und hoffe nur, das meine anderen Tage in Krüger besser werden. Am Montag werde ich auf jeden Fall nicht nochmal mit denen mitfahren!

Heute!! Heute war ein absoluter wahnsinns Tag. oder viel mehr Morgen. Aufgestanden bin ich heute um *Trommelwirbel* 3.15 Uhr. Ja, ganz richtig. Mitten in der Nacht. Denn heute ging es zum Rhino Darting. Und ich durfte mit. Eigentlich hab ich mir ja gesagt, dass ich keinen ganzen Tag mehr mit diesen Menschen verbringen will, aber Steve war dabei und wir waren auch nicht den ganzen Tag unterwegs.
Also mitten in der Nacht musste ich aufstehen, um Sandwiches zu machen und die Kühlbox für heute zu packen. Meine Pflicht als ...was bin ich hier eigentlich?....ich weiß es selber gar nicht so recht. Auch egal. Jedenfalls bin ich um 3.15 aufgestanden, um Butter auf Brot zu schmieren. ----Dann gings auf Steves Landrover und auf eine lange Fahrt ins Klaserie Game Reserve. Die direkte Verbindung zwischen Balule und dem Krüger Park. Da es ja noch mitten in der Nacht war, war es auch noch anständig kalt. Ich in meinen kurzen Hosen, hab auf dem blöden Auto ganz schön gefroren. Und das für mehr als eine Stunde lang. Aber ich mecker ja nicht. Ich wollte ja mit und langsam sollte ich wissen, das es recht frisch auf dem Weg sein kann. Aber Wurscht.
Ziel war ein großer freier Platz, mitten im Busch. Tierarzt, Game Ranger und Gehilfen waren schon da und haben auf uns gewartet. Sobald wir von unserem Auto gekletter waren und alles begrüßt haben, gabs eine kleine Einführung von Gustaf und Peter ( Ranger und Arzt), was bei einem Darting alles passiert. Aufgaben wurden verteilt und ich durfte die Schreibarbeit übernehemen. Eigentlich wollte ich gar nicht, aber ok. Dann ist der Pilot gekommen. In seinem Helikopter. Kleiner roter Helikopter. Der wird gebraucht, um das Nashorn erst mal zu finden. Weil niemand eigentlich weiß, wo die immer alle stecken. Deshalb wird aus der Luft gesucht. Und ratet, wer mit durfte!!? genau! ICH! Ich durfte mit in den Hubschrauber und Nashorn suchen. Erste Mal in meinem Leben, dass ich Hubschrauber geflogen bin und ich sag euch: richtig geil! Ich hab gehofft, dass wir ein bisschen länger in der Luft sind und ein bisschen suchen müsse, bevor wir irgendwas finden, aber schon nach 5 Minuten hat der Pilot den ersten Büffel gesehen (was jetzt nicht so interessant war für uns), nach 6 Minuten das erste Nashorn Weibchen mit Kalb und nach ganzen 8 Minuten haben wir dann unseren Nashorn Bullen gefunden, den wir gernen markieren wollen. Dann gings so schnell wie möglich zurück zu den andern. Wir wurden abgesetzt und der Tierarzt eingeladen, da der Betäubuingspfeil aus der Luft abgefeuert wird. Wir mussten dann so schnell wie möglich an die Stelle, wo wir das Nashorn gesehen haben, oder mehr dahin, wo es hingelaufen ist. Normalerweise fährt man so mit 20-30 km/h durch den Busch, was schon manchmal sehr hubbelig ist. Diesmal gings mit 50 durch die Büsche. Man kann sich ungefähr vorstellen, wie wir durchgeschüttelt wurden. Aber hat Spaß gemacht. Wir sind dann zu der Stelle gefahren, wo der Hubschrauber kreiste und dann auch gelandet ist. Das arme Nashorn stand keine 5 meter von der straße, total benommen und torkelte ganz fürchterlich. Irgendwie tat der Dicke mir schon leid, aber war auch sehr lustig anzuschaun. Nach keinen 5 Mintuen ist er dann auf den Boden geplumst und das die Erde nicht gewackelt hat war auch alles. Ungefähr 3 Tonnen schwer, 15 jahre alt und ein Horn von 73 cm. Weiß ich alles, weil ichs ja aufschrieben musste!! *schulterklopf* die Narkose war für ungefähr 25 minuten ausgelegt, deshalb musste alles relativ schnell gehen. Pfeil rausziehn und Wunde waschen, Mikrochips hinter den Ohren befestigen, Loch ins Horn bohren, Peilsender einsetzen und zukleben, Löcher in die Ohren machen. Hört sich jetzt alles recht fies an, außer das mit den Ohren, war aber alles blutlos. Aber dafür ist da einiges geflossen. Gut das ich da nicht helfen musste *höhö*. Zum Glück waren wir schnell fertig, so dass wir einige Zeit hatten Fotos zu machen. Meine Kamera hatte ich nicht mit, weil ich eh keine zeit hatte, und Steve bei der ganzen Aktion nix zu tun hatte und deshalb den Fotograf gespielt hat. Mal schaun, was aus den Bildern geworden ist. Ich werd sie so schenell wie möglich ins Studie stellen.
Ach ja. Irgendwann musste der Dicke ja auch wieder aufewachen. Dafür mussten alle wieder in die Autos und weg von ihm. Steve hat uns direkt vor das Nashorn gefahren, so dass wir ein paar mehr Fotos machen konnte. Aufgewacht ist er, nur soviel. Was danach kam, war Grenzerfahrung für mich. Nashörner sind territorial. Das heißt, sie bewegen sich nur in ihrem Gebiet und dulden keine Eindringlinge. Als der Kerl da aufgewacht ist, ist natürlich das Erste, was er sieht, ein Wagen voll mit Menschen, die alle in seinem Gebiet sind. Und als Nashornbulle kann man das natürlich nicht dulden. Deswegen ist er natürlich auf uns zugekommen, um uns zu vertreiben. Das horn hat das Auto schon berührt! Und ich saß auf der "Nashornseite"!! Wäre was passiert: ich wäre die Erste gewesen! Steve und Peter haben dann angefangen zu rufen und versucht ihn zu vertreieben, alles nix genutzt. Er ist immer wieder zurück gekommen und hat sich dann fast den Helikopter vorgenommen. Steve und Gustaf haben die Autos dann aber so in den Weg gestellt, dass nix passiert ist. Ich hab echt Schiss gehabt. Steve und der Doc fanden das natürlich fantastisch und hatten riesen Spaß. Für die war das Nervenkitzel. Für mich: nicht das Richtige. Um das schlafende Nashorn herumstehen und an ihm Untersuchungen vornehmen: gerne, aber mehr auch nicht.
Nach der ganzen Aufregung gings dann zum Frühstück in der Wildness. An einem Damm haben wir dann Sandwiches, Tee, Muffins und Obst ausgepackt und haben ausgiebig gefrühstückt.
Um 11.oo Uhr waren wir dann endlich wieder hier und ich bin eine halbe Stunde später ins Bett gefallen, um 2 Stunden später wieder aufzustehen, um mit dem Mittagessen zu helfen.
So. Das war mit Abstand das Beste, was ich hier erlebt habe. Auch mit der ganzen Aufregung!

Eigentlich hab jetzt erst mal wieder alles Wissenswerte erzäht und ich verabschiede mich, weil gleich Abendessen vorbereitet werden muss und ich darf helfen * juhu*.

also machts gut. liebe grüße nach hause! bald bin ich wieder da!

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Franziska, Du beneidenswertes Kind!
Ich konnte noch nie Nashörner mit dem Hubschrauber verfolgen, wahrs. werde ich es auch nie erleben. Mir wir doch immer so schlecht in kleinen Flugzeugen. Ich möchte garnicht daran denken wie es mir im Hubschrauber geht. Halte alles in Deinem Herzchen und Deinem Foto fest. Gruß und Kuß AC und H

matthiasklehr hat gesagt…

Hi Franzi,

da kann ich auch nur sagen - BENEIDENSWERT. Vielleicht schaffen wir es ja doch noch in der nächsten Zeit, die Ballonfahrt einzulösen. Mal sehen.
Habe schon wieder vergessen, bei Daddy die Fotos anzusehen. Gedächtnis ist nicht so meine Stärke. Egal. So lernt man immer wieder neue Leute kennen, das hat auch was.

Ich finde es vor allem sehr beeindruckend, wie Du Dich -offensichtlich gut- zurechtfindest und Deine Erfahrungen sammelst.

Wenn Du zurück bist, müssen wir unbedingt mal zusammen in den Zoo, damit Du in die Gehege steigen kannst und mir den Umgang mit den Tieren demonstrieren kannst. Mal sehen, womit fangen wir den an.....wie wär's mit den Vögeln? :o)

Ich denk an DIch und hab Dich lieb

Dein Bruder

franzi hat gesagt…

Na das mit den Vögeln lass ich mal lieber. Die seh ich immer nur von fernem mit den Ferngläsern. Was Verhalten angeht, bin ich "leider" nicht so fit. Elefanten würde ich aber machen! :oD
und Mama: In einem Hubschrauber wird dir nicht schlecht. fliegt sich ganz anders, als miniflugzeuge. viel ruhiger und geschmeidiger. Es sei denn der Pilot veranstalltet irgendwelche interessanten Manöver